Mit einem Kräutergarten auf der Fensterbank für frische                                        Kräuter sorgen

Oregano für den Hauch Urlaubsfeeling


Jeder, der gerne frisch kocht, weiß um die Wichtigkeit der Qualität von Gewürzen und Kräutern. Ich wollte dabei keine Abstriche machen und machte deshalb aus meinen Fensterbänken in der Küche einen Kräutergarten. Ich überlegte mir sorgfältig, welche Kräuter es werden sollten, immerhin erhob ich ja den Anspruch, die Lieblingsgerichte meiner Familie und kulinarische Köstlichkeiten damit noch besser zu machen. Die Auswahl war schnell getroffen und schon ging es daran, alles Notwendige zu besorgen und entsprechende Informationen einzuholen.


Oregano für den Hauch Urlaubsfeeling: 
Oregano galt in meiner Küche seit jeher als das Gewürz, das einen Hauch Italien in die Mahlzeiten zauberte. Die buschig gewachsene Pflanze mit den holzigen Stängeln verfügt über knapp zwei Zentimeter große Blätter, die in der Folge zum Würzen auch einfach abgezupft werden. Ich verwende Oregano gerne für Pizza und Spaghetti Gerichte, aber auch für einfache Tomatensaucen und Salate. Auch wenn er frisch von der Pflanze gepflückt am besten schmeckt, bewahre ich auch immer etwas davon auf und trockne es. Immerhin machen sich ein paar trockene Stängel Oregano zum Fisch dazu hervorragend und verleihen diesem eine ganz besonders würzige Note.
Damit der Oregano gut wächst, sollte er an einem Fenster stehen, das nach Süden ausgerichtet ist. Ich kaufe die Pflanze gerne in unserer Gärtnerei und stelle ihn erstmal etwas in den Schatten am Fenster. Die meisten Oregano-Pflanzen werden ja in Gewächshäusern gezüchtet, womit sie nicht an die doch sehr kräftige UV-Strahlung bei direktem Sonnenlicht gewöhnt sind. Wichtig ist, dass die Kräuter direkt nach dem Kauf umgetopft werden, ich stelle oft fest, dass die im Handel verwendeten Töpfe zu klein sind. Oregano kann durchaus mehrere Jahre auf der Fensterbank stehen und ist dabei auch sehr ertragreich. Wird der Busch zu üppig, teile ich die Pflanze und setze das Ergebnis in mehrere Töpfe.

Schnittlauch, Kerbel als Musthave der Kräuterküche


Ich kann mir Kochen und nahrhafte Mahlzeiten ohne Schnittlauch gar nicht vorstellen. Deshalb steht auch immer ein Topf davon auf meiner Fensterbank. Die langen, dunkelgrünen Stängel wachsen meist üppig und werden von mir nicht immer ganz bis nach unten abgeschnitten. Eine Gärtnerin hat mir einmal erzählt, dass damit die Pflanze buschiger wird. Verwendung findet der Schnittlauch in meinem Haushalt als Gewürz für frische Sommersalate oder für einen leckeren Brotaufstrich. Im Winter gebe ich gerne etwas geschnittenen Schnittlauch auf einen Teller Suppe oder auf gekochte Erdäpfel. Der leicht knoblauchartige Geschmack ist auch für gekochtes Rindfleisch und Fisch eine köstliche Bereicherung.

Die Anzucht ist einfach:
Gerade im Frühjahr finden sich zahlreiche Angebote von Schnittlauchpflanzen in Töpfen in Gärtnereien und Lebensmittelgeschäften. Manchmal kaufe ich einfach einen Topf davon und stelle ihn auf meine Fensterbank, manchmal mühe ich mich mit der eigenen Saat ab, zu der einfach ein Topf mit Erde und Samen notwendig ist. Am besten pflanzt man Schnittlauch Ende März, dann wächst das Gartenkraut das ganze Jahr wieder nach. Ein ausreichend großer Blumentopf wird zu zwei Drittel mit Blumenerde und Erde gefüllt, bevor ich das Ganze leicht andrücke und den Samen darauf gebe. Anschließend muss dieser mit zwei bis drei Zentimeter Blumenerde bedeckt und gut gegossen werden. Wichtig ist, dass Schnittlauch immer gut feucht bleibt, wobei der Topf einen sehr sonnigen Platz auf der Fensterbank benötigt. Grundsätzlich muss das leckere Küchenkraut nicht besonders gepflegt werden und benötigt auch keine regelmäßigen Düngungen.


Kerbel - einfaches Kraut, große Wirkung:
Vor Jahren habe ich zufällig den leckeren Geschmack des Kerbels entdeckt. Die Pflanze wird ca. 70 bis 80 Zentimeter groß und hat in ihrer Blütezeit kleine weißen Blüten. Die Stängel sind innen hohl und mehrgliedrig aufgebaut. Der Geschmack des Gewürzes kann mit leicht süßlich bis hin zu einer feinen pikanten Note peschrieben werden, wobei dazu sowohl die Stängel als auch die Wurzel verwendet werden. Ich verwende das Küchenkraut sehr gerne für Kräutersuppen oder derlei Saucen, aber auch zu Fisch und Geflügel. Kulinarikexperten wissen aber auch, dass Kerbel einer der wichtigsten Bestandteile der berühmten Frankfurter Grünen Sauce ist.

Die Aufzucht ist einfach:
Kerbel ist für mich eines der typischsten Kräuter für die Fensterbank. Ende März kann die Aussaat in entsprechend großen Töpfen, die am besten mit reichhaltiger Erde oder Humus gefüllt werden, begonnen werden. Wichtig ist, dass der Boden immer gut feucht gehalten wird. Zwischen den Samenreihen muss ein Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimeter bestehen, womit klar ist, dass der Topf richtig groß sein sollte oder aber man auf ein entsprechend quadratisches Gefäß zurückgreift. Wichtig ist, dass die Saat nicht mit Erde bedeckt wird, damit sie sich gut entwickeln kann. Kerbel ist grundsätzlich ein ganzjähriges Gewürz, dass ich zwischen März und Juni immer wieder neu aussäe. Nach sechs bis acht Wochen kann ich bereits die Blüten des Kerbels ernten, wobei auch die zu diesem Zeitpunkt gebildeten jungen Blätter das typische Aroma des Gewürzes ausströmen. Um dem herrlichen Küchenkraut hin und wieder etwas Gutes zu tun, dünge ich mit etwas Kompost.

 

Basilikum, Kapuzzinerkresse


Basilikum:
Ohne Basilikum ist meine Kräuterküche nur halb so gut ausgestattet. Die Pflanze, die allerdings jedes Jahr neu angesetzt werden muss, besticht durch den herrlichen Geschmack der länglich ovalen Blätter, aber auch durch ihre rosa und purpurroten Blüten, die zwischen Juli und September an der Pflanze sind. Verwendung findet das herrliche Küchenkraut bei mir zum Würzen von Kräutersoßen und Kräuterbutter verwendet, Aber natürlich gehört das Gewürz auch auf eine richtig italienische Pizza sowie feine Salate und gekochte Schalentiere. Zu beachten ist allerdings, dass Basilikum als hitzeempfindlich einzustufen ist. Deshalb darf er nur auf bereits angerichteten Speisen verteilt werden, Temperaturen über 200 Grad verträgt er nicht und mutiert dann zu einer geschmackslosen grünen Masse.

Basilikum züchten ist einfach: 
Basilikum lässt sich hervorragend auf der Fensterbank züchten, allerdings benötigt er dazu einen sonnigen Platz. Ich habe ihn an einem südseitig gelegenen Fenster stehen, wird die Sonne zu direkt, lasse ich einfach das entsprechende Fensterrollo etwas herunter. Die Aussaat des Küchenkrauts ist einfach, denn er wird einfach auf lockere Erde ausgestreut. Dann etwas in die Erde gedrückt, allerdings sollte er nicht von dieser bedeckt sein. Basilikum ist ein sogenannter Lichtkeimer, das heißt er benötigt viel Licht. Wichtig ist, dass die Pflanze immer feucht, aber nicht nass gehalten wird. Ich verwende dazu einen Blumensprüher, der die Blätter und Blüten gut durchfeuchtet, aber die Erde nicht nässt. Um länger Freude und Verwendung des Basilikums zu gewährleisten, ist ein guter Tipp, anfangs nur die Spitzen der Blätter zu ernten. Die beiden unteren Blattpaare bleiben übrig und werden auch später nicht geerntet. Nach knapp zwei Wochen treibt die Pflanze neu aus und die Seitentriebe werden meist deutlich kräftiger.

Kapuzinerkresse als Geheimtipp der Küchenkräuter: 
Anfangs war ich etwas verwirrt, als ich in einem Restaurant bunte Blüten und Blätter auf meinem Teller vorfand. Doch bald entdeckte ich, dass die Kapuzinerkresse nicht nur hübsch aussieht, sondern auch sehr lecker schmeckt. Seitdem habe ich einige Töpfe davon als Fensterdeko in Verwendung, die regelmäßig auch abgeerntet werden. Die Blüten sind gelb oder orange, wobei die Blätter eine tiefdunkle Farbe haben. Die Pflanze wird insgesamt ca. 15 Zentimeter hoch und liebt sonnige Plätze. In der Küche verwende ich die Blüter entweder für frische Salate oder sogar für einfache Brotaufstriche. Der Geschmack ist lieblich süß, aber gleichzeitig sehr dezent.

Kapuzinerkresse einfach ansetzen:
Um Kapuzinerkresse in einem Topf auf der Fensterbank zu züchten, genügt es, zwei bis drei entsprechende Samen in einem kleinen Pflanzenloch knapp 3 Zentimeter in die Erde zu stecken. Für einen durchschnittlichen Pflanztopf verwende ich jeweils zwei Samen, damit die Wurzel später genügend Platz findet. Schon bald bilden sich erste Triebe, die Blätter und letztendlich Blüten bilden. Kapuzinerkresse ist immer nur einjährig verwendbar, das heißt, regelmäßig jedes Jahr nach den Eisheiligen setze ich wieder ein paar Samen ein, um Wochen später die herrlichen Blüten und Blätter als Kräuter zu verwenden.





Allgemeine Tipps für Küchenkräuter

Küchenkräuter als Fensterdeko sind längst nicht mehr selten zu sehen. Wer auf frische Kräuter setzt, findet in Märkten und Gärtnereien eine große Anzahl an Küchenkräuter, die für die Haltung auf der Fensterbank geeignet sind. Zu beachten ist dabei, dass die Temperatur auf der Fensterbank nicht zu heiß wird und auf die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter abgestimmt ist. Sonnenhungrige Kräuter habe ich beispielsweise immer an einem Südfenster untergebracht. Wird die Sonneneinstrahlung zu intensiv, kann diese durch passenden Sonnenschutz am Fenster reguliert werden. Damit findet sich neben der dekorativen Aufgabe des Sonnenschutzes ein zusätzliches, funktionales Element. 

Wasser- und Düngerzufuhr beachten:
Wie auch bei Gartenkräutern und Blumen kommt der Wasserzufuhr eine wichtige Rolle zu. Um hier Trockenheit oder zu viel Nässe zu vermeiden, verwende ich Blumentöpfe, die unten ein Loch haben. Damit kann überschüssiges Wasser perfekt ablaufen. Damit sich keine Lachen auf meiner Fensterbank bilden, stelle ich zusätzlich kleine Teller unter die Blumentöpfe. Ich achte sehr darauf, dass die Pflanzen, die ich im Supermarkt oder Baumarkt fertig kaufe, zu Hause sofort in richtige Erde und einen Blumentopf aus Keramik umgesetzt werden. Damit wachsen sie besser, abgesehen davon sind die ursprünglichen Töpfe der Händler meist etwas zu klein geraten. Klar ist, dass die Erde rund um die Pflanzen niemals über längere Zeit austrocknen soll. Deshalb habe ich kleine Wasserstandsanzeiger in die Erde gesteckt, die gewährleisten, dass nicht zu wenig oder zu viel gegossen wird. In unregelmäßigen Abständen dünge ich die Kräuter auf meiner Fensterbank auch, wobei ich dazu meist etwas Kompost verwende.